
Wenn der Winter beginnt und die Tage spürbar kürzer werden, verändert sich nicht nur das äußere Licht. Viele Menschen bemerken auch innerlich eine Veränderung: Die Stimmung wird gedrückter, die Müdigkeit nimmt zu, und alltägliche Aufgaben fühlen sich schwerer an. Dieser sogenannte Winterblues ist weit verbreitet – und eng mit dem Mangel an natürlichem Tageslicht verbunden.
Doch warum beeinflusst Dunkelheit unsere Stimmung so stark? Welche Rolle spielt Vitamin D? Und was hilft wirklich, um gut durch die helligkeitsarme Zeit zu kommen?
Warum Licht so wichtig für unser Wohlbefinden ist
Licht wirkt im Körper wie ein biologisches Steuersignal. Mit Beginn des Winters fehlt dieses Signal zunehmend – und mehrere Systeme geraten aus dem Gleichgewicht.
- Die innere Uhr verliert Orientierung (circadianer Rhythmus)
Unser Körper richtet Stoffwechsel, Schlaf und Energielevel nach dem Wechsel von Helligkeit und Dunkelheit aus.
Wenn es morgens länger dunkel und nachmittags früher finster wird, entsteht eine Art „Mini-Jetlag“.
Typische Folgen:
- mehr Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- Konzentrationsprobleme
- geringere Motivation
- Serotonin – der Stimmungsstabilisator – sinkt
Serotonin unterstützt Wohlbefinden, Stabilität und emotionale Balance.
Tageslicht fördert seine Bildung – fehlt dieses Licht, sinkt die Serotoninproduktion.
Die Folge:
- gedrückte Stimmung
- geringere Belastbarkeit
- ein Gefühl innerer Schwere
- Melatonin – das Müdigkeitshormon – steigt
Melatonin wird bei Dunkelheit gebildet.
Im Winter, wenn lange dunkle Phasen den Tag bestimmen, steigt seine Produktion deutlich an:
- man fühlt sich früher müde
- tagsüber fällt es schwerer, wach zu bleiben
- der Antrieb sinkt spürbar
- Vitamin D – ein häufig unterschätztes Winterthema
Da Vitamin D überwiegend über UVB-Strahlung gebildet wird, fällt die Eigenproduktion im Winter fast vollständig weg.
Ein sinkender Vitamin-D-Spiegel ist weit verbreitet und kann den Winterblues zusätzlich verstärken.
Typische Anzeichen können sein:
- Müdigkeit
- verminderte Energie
- höhere Infektanfälligkeit
- diffuse Muskelschwäche
Wie Sie dem Winterblues wirksam entgegenwirken können
Schon kleine, gezielte Maßnahmen können viel bewirken. Die folgenden Strategien lassen sich problemlos in den Alltag integrieren.
1. Tageslicht bewusst nutzen – auch bei Wolken
Winterschwaches Licht ist immer noch deutlich heller als künstliche Beleuchtung.
Empfehlenswert:
- täglich 20–30 Minuten draußen
- möglichst zwischen 10 und 15 Uhr
- Arbeitsplatz ans Fenster verlegen, wenn möglich
Schon kurze Lichtphasen können den inneren Rhythmus stabilisieren.
2. Bewegung im Freien
Bewegung erhöht die Ausschüttung von Serotonin und Endorphinen – zwei natürlichen Stimmungsaufhellern.
Vorteile:
- mehr Energie
- weniger stressbedingte Anspannung
- bessere Schlafqualität
Optimal ist die Kombination aus Bewegung + Tageslicht.

3. Tageslichtlampen als Unterstützung
Tageslichtlampen können ein hilfreiches Werkzeug sein, wenn echtes Tageslicht knapp ist.
Sie wirken besonders gut:
- am Morgen
- bei regelmäßiger Anwendung
- in einer Dauer von 20–30 Minuten täglich
Viele Menschen berichten von spürbaren Verbesserungen hinsichtlich Stimmung und Konzentration.
4. Vitamin D im Blick behalten
Im Winter erreicht die Sonne in Deutschland nicht die nötige Intensität, um Vitamin D ausreichend zu bilden.
Eine Ergänzung kann sinnvoll sein – abgestimmt auf individuelle Bedürfnisse.
Unsere Apotheke berät Sie gern zu:
- geeigneten Dosierungen
- Darreichungsformen
- persönlichen Faktoren und Wechselwirkungen
5. Nahrungsergänzung: Worauf es im Winter ankommt
Viele Menschen erleben im Winter eine veränderte Ernährung, weniger Bewegung und weniger Lichtkontakt.
Ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel können das allgemeine Wohlbefinden ergänzend unterstützen – sie ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung.
Omega-3-Fettsäuren:
können den normalen Gehirn- und Herzfunktionen beitragen und werden im Winter oft weniger über die Ernährung aufgenommen.
B-Vitamine (v. a. B6, B12 & Folat):
unterstützen den normalen Energiestoffwechsel und die psychische Funktion.
Magnesium:
kann helfen, Müdigkeit zu reduzieren und trägt zu normalen Muskelfunktionen bei.
Adaptogene wie Rosenwurz (Rhodiola):
werden traditionell zur Unterstützung bei Belastungssituationen eingesetzt.
Welche Ergänzung sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Situation ab. Wir beraten gerne persönlich und achten auf mögliche Wechselwirkungen.
6. Pflanzliche Unterstützung für Ruhe & Balance
Pflanzliche Präparate können ebenfalls eine sanfte Option sein, um das emotionale Gleichgewicht zu unterstützen:
- Lavendel (beruhigend)
- Baldrian & Passionsblume (fördern Entspannung)
- Rosenwurz (kann Widerstandskraft bei Erschöpfung unterstützen)
- Johanniskraut (traditionell zur Stimmungsunterstützung – jedoch mit möglichen Wechselwirkungen!)
Eine fachkundige Beratung ist besonders wichtig, um Risiken auszuschließen und passende Produkte auszuwählen.
Fazit: Der Winterblues ist verständlich – und gut zu bewältigen
Mit Beginn des Winters verändern sich Licht, Alltag und Stimmung.
Der Winterblues ist daher kein Zeichen von Schwäche, sondern eine nachvollziehbare Reaktion des Körpers auf veränderte Umwelteinflüsse.
Die gute Nachricht:
Mit Licht, Bewegung, Vitamin-D-Versorgung, ausgewählten Nahrungsergänzungsmitteln und kleinen Wohlfühlritualen lässt sich der Winter deutlich leichter gestalten.
Wenn Sie merken, dass die dunklen Monate Ihnen zu schaffen machen, beraten wir Sie gern persönlich.
Ihr Apothekenteam unterstützt Sie dabei, gut durch die dunklere Jahreszeit zu kommen.







